Wege zur Langsamkeit

Bioenergetische Begleitung von Babys und Eltern in postnatalen Krisen nach Th. Harms/Bremen D und P. Huggel/Craniosacrale Osteopathie/Therapie

Immer mehr Eltern und professionelle Helfer klagen über Säuglinge und Kinder, die nahezu pausenlos schreien und in einer ständigen Unruhe zu leben scheinen. Eltern und Betreuungspersonen fühlen sich überfordert, wissen nicht mehr, was tun und spüren eine grosse Ohnmacht und Hilflosigkeit.

Hinter dem offensichtlichen Stress der schreienden und unruhigen Babys verstecken sich psychosomatische Gesetzmässigkeiten nachgeburtlicher Krisen bzw. nicht beachtete Stürze oder Unfälle in der Kleinkindphase.

Das Wesen des Babys berührt Mutter und Vater zutiefst. Das ist aber nur die eine Ebene, die emotional in diesen Momenten angesprochen wird. Zum anderen werden die Eltern im Kontakt mit ihren Babys auch mit Gefühlen und Traumatas konfrontiert, die aus der eigenen Säuglings- und Kleinkindzeit stammen.

Stellen wir uns diesen Zuständen der Angst, Wut und Trauer, die Babys in uns Erwachsenen auslösen, ist eine Chance für Veränderung vorhanden. Werden diese mächtigen Gefühle jedoch von Eltern abgelehnt und unterdrückt, entsteht eine Reihe von Problemen. Mutter und Vater reagieren immer gestresster, gehen nur noch ungeduldig und gespannt auf die Forderungen des Säuglings oder Kleinkindes ein, der intuitive Zugang zu den nonverbalen Mitteilungen des Babys oder Kleinkindes wird herabgesetzt und die emotionale Nähe geht zumindest teilweise verloren.

Die Körpertherapeutin geht auf die typischen Stress-Muster von Eltern im Kontakt mit Babys ein. Sie zeigt Möglichkeiten auf, um die emotionale Nähe zu sich und dem Baby wieder zu vergrössern. Die postnatale Krisenarbeit ist darauf ausgerichtet, die Bindungs- und Kontaktbereitschaft der betroffenen Eltern und Säuglinge behutsam zu unterstützen und so neue Ressourcen für ein gelösteres Zusammensein zu ermöglichen.

Th. Harms ist Psychologe und Körperpsychotherapeut in Bremen. Er ist der Herausgeber des Buches «Auf die Weit gekommen. Die neuen Babytherapien» (Leutner-Verlag, 2000) und Autor des brandneuen Titels «Bindung durch Berührung - Schmetterlings-Babymassage nach Dr. Eva Reich» (Leutner 2002).

Schmetterlings-Babymassage nach Dr. Eva Reich ist besonders für junge Eltern und Kinder im Alter von 1 - 10 Monaten zu empfehlen und wird von Frau Huggel in der Praxis an Eltern vermittelt. Die eigentlich vorbeugende und gesundheitsfördernde Kraft der Babymassage liegt darin, dass sie die biologische Pulsation des Säuglings anregt.

Die fördernde und unterstützende Wirkung einer liebevollen und regelmässigen Babymassage liegt gerade darin, dass sie den Babys das zurückgibt, was selbstverständlicher Bestandteil ihres Lebens sein sollte-. Die Erfahrung von Liebe, Halt und Geborgenheit.

Wie ist es zu erklären, dass die Babymassage und Craniosacrale Osteopathie/Therapie derartig tiefgreifende Veränderungen im Säugling hervorruft? Antwort: Die liebevolle Babymassage unterstützt die Ausdehnung und Öffnung (parasympathisches Funktionieren) des Organismus. Die behutsamen Berührungen laden den Säugling ein, sich zu entspannen und den zurückgezogenen Zustand zu verlassen. Schon nach wenigen Babymassagen können wir deutliche Veränderungen im psychischen und körperlichen Verhalten des Säuglings wahrnehmen.

Hilfe - ich wachse
Die gesamte Babyzeit Über ist Körperkontakt die grundlegende Art der Verständigung zwischen Eltern und Kind. Massage kann ein wichtiger Aspekt dabei sein. Wenn sich die Sprache entwickelt, übernimmt sie einen immer grösseren Teil der Kommunikation. Die ganz frühe Sprache von Haut zu Haut bleibt aber dennoch von grosser Bedeutung. Besonders, wenn ein Baby oder ein Kind irritiert ist, weil es wieder vor einem neuen Entwicklungsschritt steht oder weil sich in seiner Umgebung etwas geändert hat, gibt die Massage dem Kind Halt und feste Wurzeln. Es spürt sich selbst wieder als Einheit, die Welt fühlt sich wieder richtig an. Der Übergang von einem Stadium der sensomotorischen Entwicklung zum nächsten - vom Liegen zum Drehen, zum Krabbeln, zum Stehen - ist immer auch mit einer gewissen Unruhe verbunden.

Auch äussere Veränderungen können ein Kind sehr irritieren, die Geburt eines Geschwisters zum Beispiel, ein Umzug, der Eintritt in den Kindergarten oder in die Schule. Aufregungen, Veränderungen oder Abschiede können Sie Ihrem Kind nicht ersparen, aber Sie können ihm helfen, sie leichter zu bewältigen. Sie können ihm Halt geben. Massage als eine vertraute Kommunikationsform vermittelt Ihrem Kind die Gewissheit: Was immer geschieht. Ich fühle mich selbst und ich bin geborgen.

Jedes Geschöpf ist mit einem anderen verbunden, und jedes Wesen wird durch ein anderes gehalten. Hildegard von Bingen

Th. Harms/Bremen D und P. Huggel/Craniosacrale Osteopathie/Therapie

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